| Städtisches Museum im Heiliggeistspital |
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Der Spital wurde um 1400 zur Versorgung der
Armen in der Stadt gestiftet. Das Gebäude mit seiner repräsentativen Fassade stammt aus
der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Museum wurde 1990 eingerichtet und wird vom
Geschichtsverein Raum Munderkingen betreut.
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| Abteilung "Von den Römern zu den
Alemannen" |
Im Mittelpunkt steht
ein Hortfund mit zwei Bronzestatuetten des Gottes Merkur, einer Opferschale, einem
Kerzenständer und den Beschlägen eines hölzernen Kästchens. Der aufsehenerregende
Fund, der neben der Straße in der Erblache, der frühesten Ansiedlung
entdeckt wurde, ist ein sprechendes Zeugnis für das Ende der römischen Herrschaft und
den Anbruch der Epoche der Alemannen, die in das Land einwanderten, nachdem es die
römische Bevölkerung verlassen hatte.
Die Funde aus der Römerzeit stammen aus
dem Kastell bei Emerkingen und den dazugehörigen zivilen Dorf. Sie zeigen die
fortschrittliche Zivilisation Roms. Münzen, Gefäße aus Glas und Keramik, die kostbaren
bis von Süditalien und Spanien eingeführten Terra sigillate bezeugen das
funktionierende Handelswesen im ausgedehnten Römischen Reich mit seinem ausgebauten
Straßensystem. Gebrauchskeramik aus Brennöfen bei Unterwachingen ist Beweis für eine
frühe industrielle Produktion.
Die Ausstellung macht den Verlust an
Zivilisation in der darauffolgenden Epoche der alemannischen Besiedlung deutlich. Die
Funde stammen aus dem alemannischen Friedhof südlich der Hausener Straße. Seit 1835
wurden immer wieder Gräber angeschnitten; 1994 wurde erstmals eine Ausgrabung
wissenschaftlich begleitet. Die dabei geborgenen Funde sind inzwischen mit Finanzmitteln
der Stadt restauriert. Zusammen mit den früheren Funden gestatten sie ein lebensnahes
Bild der damaligen alemannischen Bevölkerung: ihre Sozialstruktur, Beschäftigung,
Kleidung mit Schmuck und Waffen. Sie geben auch Aufschluss über Lebenskultur und
Krankheiten. Zwei wohl im Kampf gefallene Männer verschiedenen Alters wurden Arm in Arm
begraben sie sind im Sarg zu sehen.
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| Abteilung Aus der Geschichte der
Vorderösterreichischen Donaustadt |
Dieser Raum lädt zu
einem Gang durch die Geschichte der Stadt ein. Eine Reihe von Dokumenten und Porträts
erinnert an ihre österreichische Vergangenheit von 1283 1806.
Die sechs Zünfte der Handwerker spielten
in der Stadt eine entscheidende Rolle. Ihre Zunfttruhen, Mitgliedsbücher und Ordnungen
zeugen von ihrer Bedeutung. Die um 1730 vom Munderkinger Maler Franz Joseph Gerber
geschaffenen Labaren mit der Darstellung ihrer Patrone sind Ausdruck ihrer religiösen
Bruderung.
Ein besonders kostbares Dokument ist die
Zunfttruhe der Schützengesellschaft mit der Darstellung von Mitgliedern in der
zeitgenössischen Tracht.
Vier Porträts von den Äbten Konrad
Kneer, Ignaz Stein, Paul Schmid und Bernhard Kempter dokumentieren die engen Beziehungen
zum Reichsstift Marchtal.
Porträts und Dokumente erinnern an Leben
und Werk des bedeutenden Politikers und württembergischen Innenministers Carl Joseph von
Schmid. Ein Modell zeigt die 1893 auf seine Initiative geschaffene repräsentative
Donaubrücke, die 1945 gesprengt wurde. Sie war die erste Spannbetonbrücke der Welt.
Der Nebenraum mit Biedermeiermöbeln
enthält die Werke und Dokumente zum Leben und Werk des Dichters Carl B. Weitzmann, auch
das einzig erhaltene Porträt.
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| Abteilung Bürstenherstellung in
Munderkingen |
Ein kleiner Raum dokumentiert die im 19.
Jahrhundert bedeutende Herstellung von Bürsten, die neben dem häuslichen Handwerk auch
industriell betrieben wurde. Modelle zeigen die ersten Industriebetriebe der Stadt. Eine
zeitgenössische Darstellung der Stadt mit der Donautal-Eisenbahn ist ein Zeugnis der
Gründerzeit, die den Aufschwung von Industrie und Handel ermöglichte.
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| Sammlung von Puppenstuben |
Eine umfangreiche Sammlung von Puppenstuben,
die von Frau Gaggelmann zusammengetragen wurde, bietet einen einfühlsamen Blick in das
Leben und die Wohnungen in der Guten alten Zeit um die Jahrhundertwende und
der Vorkriegszeit.
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| Abteilung Kirche und
Frömmigkeit |
| Sie ist eingerichtet in der ehemaligen Kapelle
des Spitals, in dem ein eigener Kaplan wirkte. Texte zu den Ausstellungsstücken geben
Auskunft über die Geschichte der Kirchen und Kapellen in der Stadt, sie beschreiben ihr
lebendiges religiöses Leben. Mittelpunkt
der Ausstellung ist die barocke Figur des hl. Dionysius, des Patrons der Stadtkirche, der
auf die Zeiten der Missionierung im 8. Jahrhundert zurückgeht. 1382 erwarb das
Prämonstratenserkloster Marchtal die Pfarrei und bestimmte fortan das religiöse Leben in
der Stadt. Die Gemälde, die die Heiligen des Ordens darstellen, sind Ausdruck dieses
geistigen Einflusses.
An das St. Annakloster erinnern
Brustkreuze der Nonnen, eine barocke Darstellung des hl. Franz unter dem Kreuz und eine
Monstranz mit einem Kreuzpartikel.
Die gotischen Figuren des hl. Ulrich und
hl. Nikolaus aus der Marienkapelle vor dem Obertor sind Zeugnisse für die
Verehrung beliebter Heiliger.
Die Darstellung von Jesus Christus
unterlagen einem Wandel in der Anschauung: sie reichen von der herrscherlichen Gestalt des
Mittelalters zum leidenden Christus der Pestzeit, zu den barocken Gemälden, die Jesus im
Kerker oder Grab darstellen. Dazu gehören aber auch die liebevoll gestalteten
Fatschenjesulein.
Kostbare Reliquienbehälter sind Ausdruck
barocker Verehrung der Heiligen, die durch ihre Nähe Hilfe und Fürsprache erwarten
ließen.
Prächtige Messgewänder sind bedeutende
Werke der Textilkunst aus Renaissance, Barock, Biedermeier und des Jugendstils.
Die restaurierten Kirchenfenster von 1908
mit gehaltvollen Glasgemälden im Nazarenerstil sind Zeugnisse der damaligen Kunstrichtung
und Religiosität.
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Städtisches Museum
Munderkingen
Schulhof 3
89597 Munderkingen |
Tel. 0 73 93 / 15 68
(Herr Engst)
Tel. 0 73 93 / 28 56
(Herr Dr. Nuber) |
Mai bis Oktober:
Sonntag 14.00 bis 16.30 Uhr
und nach Vereinbarung.
Führungen nach Vereinbarung. |