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Ich werde in meiner kurzen wöchentlichen Kolumne – wenn möglich heiter – Fragen aufgreifen, die immer wieder auftauchen und von allgemeinem Interesse sind.

Heute: Ist der Erhalt des ehemaligen Gasthauses „Löwen“ realistisch?

Am Gebäude Martinstraße 20, dem ehemaligen Gasthaus Löwen, wurden im Sommer 2016 im Auftrag der Stadt Munderkingen eine maßliche Bestandsaufnahme, eine bauhistorische Untersuchung und eine dendrochronologische Datierung durchgeführt. Zusätzlich wurden eine Holzschadensaufnahme sowie eine umfassende restauratorische Untersuchung durchgeführt. Ziel der Arbeiten war es, die historische Substanz soweit möglich zu analysieren und zu dokumentieren, um eine denkmalpflegerische Wertung des Objektes zu ermöglichen. Diese Maßnahmen wurden vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg mit 10.700 € gefördert. Die Untersuchungsergebnisse werden abschnittsweise in den nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzungen vorgestellt. Hierzu lade ich Sie alle herzlich ein.

Der erhaltenswerte, bauhistorisch und städtebaulich besonders wertvolle „Löwen“ ist zwar in Teilen mittlerweile stark beschädigt, jedoch insgesamt noch zu retten. Eine wirtschaftliche Sanierung ist für einen Investor alleine finanziell nicht tragbar, da am Standort Munderkingen bei einer Vermietung nicht die Preise erzielt werden können, die hierfür erforderlich wären. Die benötigten Sanierungskosten werden mit mehreren Millionen veranschlagt. Alleine die Holzbauarbeiten am Fachwerk, an den Deckenlagen und dem Dachwerk belaufen sich, bei fachmännischer Ausführung, auf ca. 800.000 €.

Um eine realistische Sanierung des „Löwen“ durchführen zu können, sind also in erheblichem Umfang Fördergelder aus der Denkmalpflege und evtl. weiterer Töpfe erforderlich. Dies bedeutet, dass, im wahrsten Sinne des Wortes, dicke Bretter gebohrt werden müssen und umfangreiche Unterstützung erforderlich ist. Dies wird nicht von heute auf morgen geschehen. Was in fünfzig Jahren versäumt wurde, lässt sich, wie so oft, nicht in kurzer Zeit aufholen. Denken Sie an die Projekte „Dachsanierung Heilig-Geist-Spital“, „Altes Krankenhaus“ oder „Martinskapelle“. Im letzten Fall haben wir den Förderverein vor über zehn Jahren gegründet und bis zum Jahresende dürfte auch die Martinskapelle saniert sein. Das beharrliche Arbeiten und der lange Atem haben sich bisher gelohnt. Schließlich macht uns unsere historische Altstadt aus.

Die Antwort auf meine Eingangsfrage lautet somit:
Realistisch ja, aber nur mit umfangreichen Fördergeldern. Jetzt heißt es also bei staatlichen Stellen und Unternehmen potente Partner für dieses Projekt zu gewinnen.

Nächste Woche gehe ich der Frage nach, Anton Schlecker und die Stadt Munderkingen…?

Die Bürgermeisterkolumne als PDF-Datei:

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