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neujahrsgruss1

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit meinem Neujahrsgruß grüße ich Sie herzlich! Die „Nullerjahre“ sind zu Ende, ein neues Jahrzehnt hat begonnen. In einem kleinen Rückblick möchte ich für Sie die Zeit revuepassieren lassen und einen Blick in die Zukunft wagen.

Wir standen ab März 2020 vor neuen, nie da gewesenen Herausforderungen und Aufgaben. Wir erlebten völlig neue Situationen. Unsere Belastbarkeit und unsere Geduld wurden und werden zuweilen auf eine harte Probe gestellt. Das, was uns Menschen einzeln und als Gesellschaft auszeichnet, nämlich, dass wir zusammen leben und arbeiten, hatte „über Nacht“ in der gewohnten Form keinen Bestand mehr.
Mit dem Beschluss der Länderchefs und der Kanzlerin vom 05.01.2021 den Lockdown zu verlängern und auch zu verschärfen, hält diese Situation weiter an. In Baden-Württemberg könnten bei entsprechend niedrigeren Infektionszahlen eventuell die Grundschulen und Kitas ab 18. Januar wieder geöffnet werden. Hoffen wir das Beste und tragen wir unseren Teil dazu bei.  

Im Frühjahr sind wir spürbar besser durch die Pandemie gekommen. Bereits mit den Urlaubsrückkehrern kam viel Arbeit auf die Stadtverwaltung zu und das hat sich bis heute durchgezogen. In der Schule sind wir mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Dramatisch hat es sich im Seniorenzentrum St. Anna entwickelt. Rund 80 % der Heimbewohner/innen und mehr als die Hälfte der Menschen, die dort arbeiten, haben sich infiziert.
Herausfordernd war die zusätzliche Arbeitsbelastung. Mehr aber noch die vielen Gespräche mit betroffenen Geschäftsleuten, den Leitern im Schulzentrum und im Seniorenzentrum St. Anna. Das geht nicht spurlos vorbei. Ich bin mir bewusst, dass viele Berufstätige und Selbständige in unserer Stadt aufgrund der Pandemie mit existenziellen Nöten zu kämpfen haben. Ich hoffe, dass durch die zugesagten staatlichen Hilfen die betroffenen Unternehmen gesichert werden können und ich fordere Sie auf, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, insbesondere unsere Gastronomie und den örtlichen Einzelhandel in jeglicher Form zu unterstützen, damit Munderkingen in seiner Vielfalt erhalten bleibt.

Das Jahr hat aber auch neue Ideen hervorgebracht, unsere Kreativität angeregt, mehr Flexibilität gefordert und den Zusammenhalt gestärkt. „Lichter in den Fenstern“ an St. Martin, der „Kolping-Nikolaus“ vor dem Haus, die Grillwurst am „Drive in“ in den Anlagen und vieles mehr. Ich nehme wahr, dass die Menschen sich wieder auf das Wesentliche in ihrem Leben besinnen und versuchen, ihren „roten Faden“ zu finden, der durch das Leben vor Corona oftmals verloren gegangen ist. Alle Aktivitäten mussten schnell zu einem tollen „Event“ werden. „Einfach nur Mensch sein“ war vielen zu wenig. Das wird zusehends anders.

Besonders schwer war das abgelaufene Jahr für unsere Vereine. Die vielen ausgefallenen Übungsstunden sowie Feste und Geselligkeiten in unserer Stadt machen uns bewusst, wie sehr diese im städtischen Leben als selbstverständlich angesehen wurden und wie wichtig ein funktionierendes Vereinsleben für das soziale Miteinander in unserer Stadt ist. Vielleicht gibt uns ja die Krise die Chance, dass wir uns danach wieder mehr für die Gesellschaft auch im Ehrenamt einlassen.

Persönlich sehr bereichernd war für mich das Ferienprogramm, das ich in der 1. Septemberwoche vormittags angeboten habe. Wir haben gemeinsam „Schätze in der Natur entdeckt und gehoben“ und viel Spaß und Freude miteinander gehabt. Die Kinder haben es sichtlich genossen, in der Corona-Zeit gemeinsam unterwegs zu sein.

Trotz Corona haben Gemeinderat und Verwaltung wichtige Themen angepackt und umgesetzt. Getagt wurde in der Donauhalle und in der Aula der Schillerschule.

Zunächst war ein solider Haushalt entscheidend. Der Stadthaushalt hat sich im Laufe des Jahres sehr erfreulich entwickelt. Im Herbst konnten wir einen gesetzlichen Nachtragshaushalt vorlegen und sogar ein „leichtes Plus“ erwirtschaften. Die Sparmaßnahmen von allen Teilbetrieben und die Gebühren- und Steuererhöhungen haben Wirkung gezeigt. Das ist nötig und erfreulich, denn mit dem neuen Doppik-Haushalt muss die Abschreibung erwirtschaftet wer-den. Das ist absolut richtig, ansonsten leben wir auf Kosten der nachfolgenden Generation.

Das Gesamtergebnis verbesserte sich um 375.000 €. Die Gewerbesteuer fiel höher aus, als im Frühjahr zu erwarten war. Positiv waren auch die Coronahilfen von Bund und Land. Darlehen wurden keine aufgenommen, bis auf die rentierliche Beteiligung an der EnBW.

Die Rolle der Städte beim Klimaschutz wird in Zukunft noch bedeutender werden. Munderkingen ist hier bereits seit Jahren auf einem guten Weg. Denken Sie nur an die Photovoltaikanlage auf dem Sporthallendach oder das große Blockheizkraftwerk im Schulzentrum, das mit Biogas betrieben wird. Die CO2-Reduktion ist, gerade bei Investitionen und Anschaffungen, um klimaneutral zu werden, unabdingbar. Keine leichte Aufgabe! Mit der Entscheidung des Gemeinderats eine „Holzpellets-Heizung“ im Feuerwehrhaus in den nächsten Wochen einzubauen, sind wir hier einen Schritt weiter.

Gleich nach „Dreikönig“ starteten wir mit dem LEADER-Projekt „Die Mediathek als Kulturknotenpunkt“. Die Auftaktveranstaltung war gut besucht und fand sehr positive Resonanz mit vielen Ideen. Trotz Corona konnte wenigstens in den Sommerferien ein Ferienprogramm angeboten werden mit „Spiel und Spaß“ in der Mediathek und im Alten Schulhof – Belebung der Innenstadt!

Die Geschäftseröffnung „oifach ohne“ in der Marktstraße durch Johanna Frankenhauser ist ein weiterer Meilenstein zur Belebung der Innenstadt. Die Entwicklung der Marktstraße hat sich mittlerweile gut angelassen. Unser Konzept ist aufgegangen. Die neue Eisdiele wurde den Sommer über hervorragend angenommen.

Die Grünflächengestaltung zwischen „Bahnübergang Rose“ und „Alte Post“ ist gelungen. Herzlichen Dank der „Arbeitsgruppe Grünfläche“.

Bereits im Januar habe ich den Neustart des Beirats „Soziales und Sicherheit“ ins Leben gerufen, da war der „große Vandalismus“ in Munderkingen oder Stuttgart noch weit weg. Im Jahresverlauf wurde vom Beirat erfolgreich gearbeitet, so dass der Gemeinderat im Dezember beschließen konnte, dass ab Februar/März 2021 ein Streetworker mit 75 % Stellenumfang durch Oberlin e.V. zum Einsatz kommen kann. Gleichzeitig wurden über den Sommer die Polizeipräsenz und die Kontrollen auch abends und nachts erheblich verstärkt. Dies hat gewirkt.  
Einen großen Schritt haben wir mit dem schnellen Internet und der Digitalisierung im Schulzentrum und in der Verwaltung getan. Im Interkommunalen Gewerbegebiet ist jeder Betrieb seit 2019 durch Glasfaser angebunden, ebenso das Schulzentrum. So waren wir für den 1. Lockdown auf das Lernen zuhause vorbereitet.

Durch den Digitalpakt und das Soforthilfepaket des Bundes und des Landes war es möglich, in den letzten Monaten weitere Endgeräte für das Schulzentrum anzuschaffen. Insgesamt wurden und werden durch die Stadt und die Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen hier 430.000 € investiert. 100 Laptops, 40 digitale Tafeln, die im Januar/Februar in den Klassenzimmern aufgebaut werden. Bereits vorhandene Tablets wurden für Homeschooling aufgerüstet. Ebenso wollen wir im nächsten Jahr einen neuen Server für das Munderkinger Schulzentrum anschaffen, da der aktuell vorhandene Server inzwischen an seine Grenzen stößt und wir uns so fit machen für die weitere Digitalisierung. Ebenso soll ein weiterer Ausbau mit den digitalen Tafeln stattfinden. Ein weiteres Thema wird die Anschaffung/Leasing von weiteren Schüler-Laptops, sowie Lehrer-Laptops sein.

Auch für das nächste Jahr geht der Finanzplan des Nachtragshaushalts 2020 von einem gesetzmäßigen Haushalt aus. Der Gesamtergebnishaushalt weist ein ordentliches Ergebnis von + 135.413 € aus. Wobei nach wie vor coronabedingt geringere Gewerbesteuereinnahmen veranschlagt worden sind.

Welche Investitionsmaßnahmen im Vermögensplan umgesetzt werden, ist Gegenstand der Haushaltsplanberatungen 2021. Sicher ist jetzt schon der Erwerb von Grundstücken für das neue Baugebiet „Feiler II, 3. Erweiterung“ und der Endausbau im „Feiler II, 2. Erweiterung“. Die Schaffung von neuem Wohnraum über Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Geschosswohnungsbau in den Baugebieten ist eine wichtige Aufgabe.

Gleichzeitig wird die Stadt Munderkingen zusammen mit Investoren die Innenverdichtung und die Sanierung von Altstadthäusern weiter vorantreiben. Hier steht konkret die Sanierung des ehemaligen Gasthauses „Löwen“ mit Stadtwohnungen an. In einem ersten Anlauf konnte keine gemeinsame Lösung für das Projekt „Brunnenberg“ gefunden werden. Der Investor wird nun für die einzelnen Baumaßnahmen zeitlich gestaffelt auf der Grundlage des geltenden Bebauungsplans Baugesuche einreichen.

Munderkingen wächst seit Jahren stark, das wirkt sich nicht nur auf die Nachfrage nach Wohnraum aus, sondern auch auf den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. In einem ersten Schritt werden in Modulbauweise die Raumkapazitäten am Kinderhaus „St. Maria“ erweitert. Dies kann zügig umgesetzt werden. Der Kirchengemeinderat Munderkingen-Rottenacker hat bereits der Baumaßnahme zugestimmt. Das Projekt wird von der Stadt Munderkingen finanziert. Die Detailplanung beginnt Mitte Januar mit allen beteiligten Partnern.

Schnelles Internet, qualifizierter Mietspiegel und barrierefreie Bushaltestellen sind bei uns, wie in anderen Kommunen auch, „in der Mache“.

Die Ausarbeitung der neuen E-Bike-Route der Stadt Munderkingen „Donau-Bussen-Schleife“ ist abgeschlossen. Das Logo steht und die Beschilderung steht bevor. Finanziell beteiligen sich der Alb-Donau-Kreis, die Berg-Brauerei, die Stadt Ehingen und alle VG-Gemeinden sowie Unlingen und Uttenweiler.

Ab 01.01.2023 übernimmt der Landkreis die Abfallentsorgung. Der Wertstoffhof in Munderkingen wird längere Öffnungszeiten haben und wir werden einen eigenen Grünabfallsammelplatz gegen Kostenerstattung betreiben. Der Standort ist noch offen.

Nach wie vor werden von engagierten Schaufensterdekorateuren leere Flächen attraktiv gestaltet – herzlichen Dank!

In 3 Wochen ist in Wuselingen der Glompige. Die Trommgesellenzunft Munderkingen ist fleißig bei ihren närrischen Vorbereitungen, um auch in der Corona-Zeit unsere Fasnet ins Städtle zu bringen. Hierzu gehört natürlich die Stadtdekoration. In Munderkingen findet also die Fasnet statt. Freilich digital, aber eben auch mit Benkesberg-Bier, Sekt und einem tollen „Mitmach-Paket“ für zuhause. Die Fasnet kann also in unsere Herzen einziehen und der interaktive Zunftball der besonderen Art wird uns Maschger viel Freude und Spaß machen. Viele weitere Überraschungen sind für die närrischen Tage Corona-konform angedacht. Freuen wir uns darauf.

Zum Jahresbeginn wünsche ich meinem gesamten Team bei der Stadtverwaltung Munderkingen einen guten Start und verbinde dies mit großem Dank für Ihre hervorragend geleistete Arbeit, gerade auch im abgelaufenen Jahr. Sie alle haben mit großem Einsatz Ihre Aufgaben gut gemeistert. Sei es in der Verwaltung bei der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaft oder im Bauhof, in den Schulen, in den Kinderhäusern, in der Gebäude- und Stadtreinigung oder im Wertstoffhof.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen ehrenamtlich Aktiven in den Vereinen und Kirchen sowie den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten. Sie alle investieren sehr viel Zeit zum Wohl unserer Stadt und ihrer Menschen. Dank gilt auch all denen, die sich um die Sicherheit kümmern und im Notfall bereitstehen, der Polizei, dem Roten Kreuz und der Freiwilligen Feuerwehr Munderkingen.

Ihnen, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich von Herzen

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Ihr

drlohner signatur
Dr. Michael Lohner
Bürgermeister




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